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Fatwa zum Stillen erwachsener Männer

Ein Mann und eine Frau, die nicht verheiratet oder verwandt sind, dürfen sich im Islam offenbar nicht ohne Dritte zusammen in einem Raum aufhalten. Ein „Schriftgelehrter“, „Dr.“ Izzat Atiya von der „renommierten“ ägyptischen Al-Azhar-„Universität“ meinte 2007 eine legitime Umgehung dieses unpraktischen Verbots gefunden zu haben:

Die Frau kann den (wohlgemerkt: erwachsenen) Mann an ihrer Brust stillen. Dann gelten nämlich beide als verwandt, und der gemeinsame Aufenthalt, etwa zum Arbeitsgespräch unter Kollegen, gehört zu den erlaubten Ausnahmen.

Die Logik ist so absurd und der Gedanke so abartig, daß die „Fatwa“ (islamisches „Rechtsgutachten“) selbst in der muslimischen Welt für Empörung sorgte, und als „mißlungene Auslegung eines besonderen Falles“ zurückgenommen werden musste.

„Egypt's minister of religious affairs, Mahmoud Zaqzouq, has called for future fatwas to "be compatible with logic and human nature".”

http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/6681511.stm

Allein: Man kann nicht zweien Herren dienen.  Also nur entweder der Vernunft, oder der Schrift.

Die Schrift nach Maßgabe der Vernunft auszulegen, heißt: ihr den Willen eines neuen Herrn zu unterstellen und nurmehr so zu tun, als diene man noch ihr.

Wahrer Glaube sieht anders aus. Nämlich so wie der des „Dr.“ Izzat Atiya.

 

Sklavenmentalität

"...am Deutschen auf das subtilste ausgebildet: sklavisches Unterordnungsgefühl und sklavisches Herrschaftsgelüst."

Kurt Tucholsky: http://www.textlog.de/tucholsky-der-untertan-mann.html

"Unausgewogen"

„Das ist nicht sehr ausgewogen“, diese Phrase sichert dem gedankenlosen Schwätzer regelmäßig Zustimmung, wenn jemand für eine "umstritttene" These argumentiert hat.

In  Wirklichkeit sind die Kriterien guter Argumentation allein Richtigkeit und Vollständigkeit. Die „Ausgewogenheit“ spielt keine Rolle.

Möglicherweise meint jemand mit „Unausgewogenheit“ Unvollständigkeit. Dann wirft er uns vor, Argumente, die gegen unsere Position sprechen, vergessen oder unterschlagen zu haben. Er könnte diesen Vorwurf sofort begründen, indem er das Gegenargument anbrächte; dieses spräche im Übrigen für sich selbst.

Meist aber bleibt er es schuldig. Daß unsere Argumente "unausgewogen" seien, meint dann nichts anderes, als daß dem Schwätzer unsere Schlußfolgerung mißfällt - auch wenn er nicht begründen kann, weshalb.

Über Ampeln, Anarchie und die Anmaßung von Wissen

"So entfernte etwa die dänische Stadt Christiansfeld Schilder und Ampeln von einer Hauptverkehrskreuzung und beobachtete einen Rückgang von schweren und tödlichen Unfällen."

"Lasterfahrer stimmen sich mit Radfahrern per Blickkontakt ab. Ein Mann mit roter Jacke auf einem Rennrad späht in das Innere eines schwarzen Toyota und signalisiert dem Fahrer, dass er abbiegen und ihm nicht in die Quere kommen wird."

Zitate aus einem randständigen Medium anarchistischer Utopisten? Nicht ganz, sie stammen aus einem Artikel aus der "Zeit":

"Gefahr ist gut" (Bitte Link direkt eintragen): www.zeit.de/zeit-wissen/2005/05/Verkehrsberuhigung_NEU.xml

Daß der Verkehr ohne Radwege, Ampeln und andere Plagen bedeutend besser und sicherer fließt, strapaziert die Intuition vielleicht noch stärker als der freie Markt – umso witziger, daß sich dieses Fanal für das Prinzip der spontanen Ordnung im Zentralorgan des staatsgläubigen deutschen "Bildungsbürgertums" findet – also der großen Masse von Leuten, deren Wortschatz soviel größer ist als ihr Denkvermögen.

Die überlegene Funktionalität freier Märkte und freier Kreuzungen hat ein und dieselbe Ursache:

Zentralisierung von Entscheidungsfindung bedeutet, daß die Entscheidungen notwendig unter Verlust nahezu aller Informationen erfolgen, die den dezentralen Einheiten zur Verfügung stehen. Dementsprechend ineffizient ist solche Zentralisierung – egal, ob die zentrale Steuerung etwa durch Subventionsvergabe anstelle privater Investition erfolgt oder durch Verkehrsschilder anstelle kooperierender Verkehrsteilnehmer selbst.

Willkommen!

Dies ist die deutschsprachige Version von "Anarchy Deluxe". Hier finden Sie radikal freiheitliche Gedanken zu Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

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