Über Ampeln, Anarchie und die Anmaßung von Wissen

"So entfernte etwa die dänische Stadt Christiansfeld Schilder und Ampeln von einer Hauptverkehrskreuzung und beobachtete einen Rückgang von schweren und tödlichen Unfällen."

"Lasterfahrer stimmen sich mit Radfahrern per Blickkontakt ab. Ein Mann mit roter Jacke auf einem Rennrad späht in das Innere eines schwarzen Toyota und signalisiert dem Fahrer, dass er abbiegen und ihm nicht in die Quere kommen wird."

Zitate aus einem randständigen Medium anarchistischer Utopisten? Nicht ganz, sie stammen aus einem Artikel aus der "Zeit":

"Gefahr ist gut" (Bitte Link direkt eintragen): www.zeit.de/zeit-wissen/2005/05/Verkehrsberuhigung_NEU.xml

Daß der Verkehr ohne Radwege, Ampeln und andere Plagen bedeutend besser und sicherer fließt, strapaziert die Intuition vielleicht noch stärker als der freie Markt – umso witziger, daß sich dieses Fanal für das Prinzip der spontanen Ordnung im Zentralorgan des staatsgläubigen deutschen "Bildungsbürgertums" findet – also der großen Masse von Leuten, deren Wortschatz soviel größer ist als ihr Denkvermögen.

Die überlegene Funktionalität freier Märkte und freier Kreuzungen hat ein und dieselbe Ursache:

Zentralisierung von Entscheidungsfindung bedeutet, daß die Entscheidungen notwendig unter Verlust nahezu aller Informationen erfolgen, die den dezentralen Einheiten zur Verfügung stehen. Dementsprechend ineffizient ist solche Zentralisierung – egal, ob die zentrale Steuerung etwa durch Subventionsvergabe anstelle privater Investition erfolgt oder durch Verkehrsschilder anstelle kooperierender Verkehrsteilnehmer selbst.

 

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